Closer Forum – Closer Ausbildung – Closer werden

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Provisionsjob und schwankende Wochen — ein Kurs, der mit Closing nichts zu tun hat

Passt nur bedingt ins Board, weil es kein Kurs zum Verkaufen ist. Ich poste es trotzdem hier, weil es der Ort für bezahlte Weiterbildung ist und weil das Thema für jeden relevant ist, der auf Provisionsbasis arbeitet.

Unser Job hat eine Eigenheit, die von außen kaum jemand versteht: Zwei Wochen können den Unterschied zwischen einem sehr guten und einem sehr schlechten Monat machen. Nicht weil man plötzlich schlechter arbeitet, sondern weil die Leads schwanken, weil eine Kampagne auf Kundenseite pausiert oder weil im Team umverteilt wird.

Man gewöhnt sich daran, aber es bleibt anstrengend. Und es führt zu Entscheidungen, die man sonst nicht treffen würde: Man bleibt in einem Setup, das nicht mehr passt, weil man den laufenden Monat nicht gefährden will.

Ich habe deshalb angefangen, etwas aufzubauen, das mit meinem Monat nichts zu tun hat. Meine Wahl fiel auf Aktien mit regelmäßiger Ausschüttung. Der Reiz war nicht die Rendite, sondern dass die Zahlungen unabhängig davon kommen, wie viele Gespräche ich diese Woche geführt habe.

Ganz nüchtern: Das gleicht nichts aus, jedenfalls nicht in den ersten Jahren. Die Beträge sind gemessen an einer normalen Provisionsabrechnung winzig. Der Punkt ist ein anderer, nämlich dass überhaupt etwas entsteht, das bleibt. In unserem Job verdient man oft gut und hat nach Jahren trotzdem nichts aufgebaut, weil alles wieder ausgegeben wurde.

Gelernt habe ich das mit der Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, der unter dem Namen Dividenden Backpacker bekannt ist. Vorher hatte ich zwei Aktien gekauft, weil ein Bekannter sie empfohlen hatte. Genau das, was wir unseren Kunden ausreden würden, wenn sie so eine Entscheidung träfen.

Der Kurs umfasst elf Module mit über 65 Lektionen, insgesamt mehr als elf Stunden Videomaterial. Behandelt werden Kandidatensuche, Prüfung und die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Dazu gehört ein Newsroom-Zugang für nachgereichtes Material. Eine einzige Zahlung, danach keine monatlichen Beträge. Nach Anbieterangaben waren bisher über 700 Teilnehmer dabei.

Was für unseren Beruf interessant ist: Der Kurs arbeitet stark gegen emotionale Entscheidungen. Wir wissen alle, wie sehr Emotionen Kaufentscheidungen treiben, weil wir beruflich damit arbeiten. Bei den eigenen Finanzen sind wir davon genauso wenig ausgenommen wie alle anderen. Mir hat es geholfen, das mal von der anderen Seite zu betrachten.

Der praktisch nützlichste Teil war für mich der Umgang mit Verkaufsentscheidungen. Man legt vorher fest, was eintreten müsste, damit man aussteigt, und hält sich daran. Ohne diese Vorfestlegung entscheidet man im Zweifel genau dann, wenn man am wenigsten klar denkt.

Was ich klar sagen muss: Kurse können deutlich fallen. Eine Dividende ist keine feste Zahlung, sondern wird jedes Jahr neu beschlossen und in schlechten Zeiten gekürzt oder gestrichen. Und niemand wird davon schnell wohlhabend. Wer eine Abkürzung sucht, ist hier falsch.

Wer die Kapitel ansehen will, findet beim Anbieter eine detaillierte Auflistung. Ohne Partnerlink kommt man über den Kursnamen ans selbe Ziel.

Was ich Kollegen mitgeben würde: Legt euch ein festes Grundgehalt fest, das ihr euch monatlich auszahlt, und behandelt alles darüber als Sondereinnahme. Ich habe jahrelang nach Kontostand gelebt, und in guten Monaten entsprechend anders als in schlechten. Das ist auf Dauer nervlich teuer.

Zweiter Punkt: Die Steuerrücklage großzügig ansetzen. In unserem Job schwanken die Jahre stark, und eine Nachzahlung nach einem guten Jahr trifft einen oft in einem schlechten. Ich habe das einmal falsch kalkuliert und musste ans Angelegte ran, zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.

Ein Punkt aus dem Berufsalltag, den ich übertragen konnte: Wir arbeiten mit Bedarf und mit Dringlichkeit. Beim eigenen Vermögensaufbau fehlt die Dringlichkeit völlig, weil nichts passiert, wenn man es aufschiebt. Genau deshalb braucht es einen Automatismus statt eines Vorsatzes, denn ohne äußeren Druck verschiebt man es endlos.

Interessiert mich: Habt ihr etwas laufen, das unabhängig von euren Abschlüssen ist? Und arbeitet ihr mit einem festen Selbstgehalt, oder nehmt ihr das, was reinkommt?